Antworten auf häufig gestellte Fragen zur kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung


Frage: 1)
Ist eine Fensterlüftung nicht gesünder?
Antwort:
Über das Fenster kommt ebenso frische Luft in den Raum wie über die Lüftungsanlage. Aber es gibt folgende Unterschiede:


Fensterlüftung kontrollierte Lüftung (Lüftungsanlage)
kalte Luft = unbehaglich, Zugluft, Erkältungsgefahr ! angewärmte Luft = behaglich
stoßweise in großen Mengen (Zugluft) kontinuierlich und in geringeren Mengen (keine Zugluft)
staubige Luft gefilterte Luft
Allergieprobleme durch Pollen in bestimmten Zeiten möglich keine allergischen Probleme, da Pollen gefiltert werden können
Lärmbelästigung durch offene Fenster keine Lärmbelästigung, da bei geschlossenen Fenstern über die Lüftungsanlage gelüftet wird
keine kontinuierliche Raumentfeuchtung (Schimmelpilzgefahr) kontinuierliche Raumentfeuchtung
Blumen müssen vom Fensterbrett weggeräumt werden Blumen können stehenbleiben
Einbruchgefahr durch offene Fenster keine Einbruchgefahr



Frage: 2)
Welcher Unterschied besteht zwischen dem Gegenstrom-Kanalwärmetauscher eines PAUL-Wärmerückgewinners und den Wärmetauschern anderer Hersteller?
Antwort:
Das Herzstück eines jeden Wärmerückgewinners ist der Wärmetauscher. Hier liegt der entscheidende Unterschied eines PAUL-Gerätes zu den Geräten anderer Hersteller.


Neuheit Stand der Technik
neuartiger Kanalwärmetauscher mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von η = 90 - 99 %
(derzeit Weltspitze) durch vier neue Wirkprinzipien
Plattenwärmetauscher (seit über 50 Jahren!) mit η = 60 - 70 %
Kanal-Gegenstrom-Prinzip Kreuzstrom-Prinzip Kreuz-Gegenstrom-Prinzip
Kanalströmung

Wärmetransport in vier Richtungen

Verdopplung der Wärmetauschfläche

Gerätetyp: "thermos" 60 m², "multi" 17 m²
Darstellung des Kanal-Gegenstrom-Prinzips Plattenspalt

Wärmetransport in zwei Richtungen

Wärme- tauschfläche
≤ 7 m²
η = 60 % η = 70 %
Kreuzstrom- und Kreuz-Gegenstrom-Prinzip



Frage: 3) Worin unterscheiden sich gute und weniger gute Wärmerückgewinnungsgeräte?
Antwort:
a) im Wirkungsgrad η. Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet:
- dass mehr Wärmeenergie aus der Abluft zurück gewonnen wird, wodurch
  mehr Energiekosten gespart werden,
- dass die Zulufttemperatur wärmer und damit behaglicher (18° C statt 14° C) ist.
b) im geringeren Stromverbrauch der Ventilatoren, d.h. geringere Stromkosten
c) im Geräuschpegel durch leise Ventilatoren und gute Schalldämmwirkung des Gehäuses
d) in der Wärmedämmung des Gerätes
e) in der Steuerung, z. B. Ansteuerung eines motorischen Sommerbypasses und Zeitautomatik zur Umschaltung der Lüfterstufen
f) in der Kamintauglichkeit
g) in der Passivhaustauglichkeit


Frage: 4)
Zieht es in der Wohnung durch das Betreiben einer Lüftungsanlage?
Antwort:
Nein, da warme Frischluft nur mit einem geringen Volumen die Wohnung durchspült (w < 0,1 m/s) - also anders als bei der Fensterlüftung,

- wo nur für einen kurzen Zeitraum die Wohnung mit einer großen Luftmenge
  (kalte Luft) versorgt wird und
- eine diskontinuierliche Lüftung, also ein Ersatz für die eigentlich notwendige   ständige Frischluftversorgung, die der Mensch benötigt, vorliegt.


Frage: 5) Gibt es eine Nutzerbefragung zur Zufriedenheit mit den eingesetzten Lüftungsgeräten?
Antwort: Ja, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und der EnBW-Kundenservice haben eine Befragung mit folgendem Ergebnis durchgeführt:

Diagramm der Nutzbefraung zu den eingesetzten Lüftungsgeräten


Frage: 6) Wie strömt die Luft in der Wohnung?
Antwort:
Von den Frischluftbereichen (Schlafzimmer, Wohnzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer) über die Zwischentüren (ohne Dichtung, Luftspalt etwa 1 cm) in die Abluftbereiche (Küche, Bad, WC). Die Luft wird über Rohre (Ø 100 oder Ø 125) oder Flachkanäle (110 x 54 oder 205 x 60) den Frischlufträumen zugeführt bzw. aus den Ablufträumen abgesaugt. Ein Zuluftventilator und ein Abluftventilator (im Lüftungsgerät) übernehmen die Luftförderung.


Frage: 7) Kann mit dem Wärmerückgewinner im Sommer auch gekühlt werden?
Antwort: Ja, durch einen Erdwärmetauscher an heißen Sommertagen (siehe Frage 16).


Frage: 8)
Entstehen Geräusche durch die Ventilatoren und beim Durchströmen der Kanäle/Rohre sowie an den Lüftungsventilen?
Antwort:
Die Geräusche der Ventilatoren werden durch den Wärmetauscher und zwei Schalldämpfer (Zuluft, Abluft) weitestgehend absorbiert. In den Kanälen/Rohren sollten Luftgeschwindigkeiten von w ≤ 3 m/s (in der Hauptleitung) und w ≤ 1,5 m/s (in Nebensträngen) eingehalten werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass die zulässige Luftmenge an den Ventilen nicht überschritten wird: w ≤ 1,5 m/s, d.h. möglichst V ≤ 50 m³/h.


Frage: 9) Wie ist das Verhältnis: Aufwand (Ventilatoren) zu Nutzen (Wärmegewinn)?
Antwort:  

Beispiel für Gerät "thermos" Beispiel für Gerät "multi"
Aufwand 46 W bei Gleichstromventilatoren Typ "WRG-90-thermos 200 DC" und =150 m³/h, 100 Pa extern 51 W bei Gleichstromventilatoren und =100 m³/h, 100 Pa extern
Nutzen 1020 W Wärmegewinn bei = 150 m³/h, 0 °C Außentemperatur und 22 °C Raumtemperatur sowie h = 90 % Wirkungs- grad (Messergebnis) 571 W Wärmegewinn bei = 100 m³/h
Verhältnis Aufwand/Nutzen = ca. 1/22 Aufwand/Nutzen > 1/9 bis 1/13


Frage: 10) Wo wird das Wärmerückgewinnungsgerät aufgestellt?
Antwort: Mögliche Aufstellungsorte sind:

- Keller (Heizungsraum, Hobbyraum),
- Hauswirtschaftsraum,
- Dachboden (bei angrenzenden Schlafräumen weniger gut geeignet).

Das Gerät sollte (insbesondere bei Holzständerkonstruktionen) nicht an einer Wand angeschraubt werden um Schwingungsübertragungen zu vermeiden.


Frage: 11) Wie kann Telefonie zwischen den Räumen über die Lüftungsanlage vermieden werden?
Antwort: Durch eingebaute Zwischenschalldämpfer und eine verzweigte parallele Rohrführung.


Frage: 12) Müssen alle Räume gleichzeitig belüftet werden oder kann man tageszeitlich die Lüftung umschalten (z. B. tagsüber: Wohnstube, nachts: Schlafzimmer)?
Antwort: Ist möglich durch den Einbau von Umstellklappen.


Frage: 13)
Wird die Luft durch die ständige Lüftung im Winter nicht zu trocken?
Antwort:
Über die Lüfterstufenregelung (Winter/Sommer vorprogrammiert) kann die Luftmenge reguliert werden: bei Minustemperaturen der Außenluft und damit geringem Wasserdampfgehalt der Frischluft ist eine niedrige Lüfterstufe zu wählen. Bei höheren Temperaturen der Außenluft kann mit höherem Luftvolumen belüftet werden. Beim Lüften im Winter wird immer (auch bei Fensterlüftung) trockenere Außenluft in die Räume geleitet. Praktische Messungen (EFH, 150 m², 150 m³/h, 0 °C Außentemperatur) und Berechnungen mit 10...15 l/d Verdunstung ergeben einheitlich Werte von ca. 40 % Raumluftfeuchte, die in den Behaglichkeitsbereich (40...60 %) hineinfallen. Das Aufstellen von Zimmerpflanzen sorgt für eine Erhöhung der Raumluftfeuchte.


Frage: 14)
Wird es im Schlafzimmer nicht zu warm durch das Belüften mit erwärmter Frischluft?
Antwort:
Die Zulufttemperatur beträgt ca. 18 °C (bei mittlerer Wohnraumtemperatur von 20 °C). Die Heizung sollte im Schlafzimmer gedrosselt oder abgestellt werden. Damit lässt sich die Schlafzimmertemperatur absenken. Durch Transmissionswärmeverluste (durch Wände und Fenster) wird die Raumtemperatur immer unter 18 °C sinken.


Frage: 15)
Kann die Lüftungsanlage ständig betrieben werden oder ist ein zeitlich begrenzter Betrieb vorteilhafter?
Antwort:
Eine ständige Lüftung ist günstiger, um verbrauchte Luft durch Ausgasen aus Textilien und Möbeln zu vermeiden, um das neu errichtete Haus in Massivbauweise auszutrocknen oder um Schimmelpilzbildung durch zu hohe Feuchtigkeit zu vermeiden. Bei Bedarf kann über die Lüfterstufenregelung die Anlage zu bestimmten Tageszeiten gedrosselt werden. Durch diese automatisch gesteuerte Regelung kann der ohnehin geringe Stromverbrauch der Lüftungsanlage nochmals reduziert werden.


Frage: 16) Wie hoch ist die Heizkosteneinsparung?
Antwort: 30 - 50 %


Frage: 17)
Ist der Einsatz von energiesparenden Gleichstromventilatoren möglich?
Antwort:
Ja, Stromverbrauch bei WRG-90-thermos 200 DC ca. 2 x 18...23 W bei 130 bis 150 m³/h. Bei Gerätetyp WRG-90-multi 100 DC 2 x 12...30 W bei 70 bis 130 m³/h.


Frage: 18)
Ist ein Erdwärmetauscher zu empfehlen?
Antwort:
Ja, der Erdwärmetauscher ist ein 35 - 45 m langes Kunststoffrohr DN 200, welches in mindestens 1 m Tiefe mit 2 % Gefälle verlegt wird. Der Erdwärmetauscher wärmt Frischluft von z. B. - 10 °C auf + 2 °C vor, d. h. die Frischluft gelangt mit + 2 °C in den Wärmerückgewinner. Durch den Einsatz des Erdwärmetauschers werden Minustemperaturen im Wärmetauscher und somit die Einfriergefahr vermieden. Im Sommer dient der Erdwärmetauscher zur Kühlung warmer Sommerluft; die Temperatur der Zuluft kann von 30 °C auf etwa 20 °C gesenkt werden. Dabei fällt Kondenswasser an, welches abgeleitet werden muss.


Frage: 19)
Werden die Luftkanäle im Laufe der Zeit schmutzig?
Antwort:
Nur geringfügig, da die Zuluft über einen Vorfilter und den Gerätefilter gefiltert wird. Die Abluft kann ebenfalls an Ventilen mit hoher Lüftungsleistung (Küche, Bad) durch Vorschaltfilter gefiltert werden. Sind Reinigungsöffnungen eingeplant, so lässt sich die Anlage mechanisch mit einer Bürste an einem flexiblem Langstab oder mittels eines Druckluftschlauchs mit Spezialdüsen für Wickelfalzrohr und Kunststoff-Flachkanäle reinigen. Übrigens: Die Reinigung der Luftkanäle ist in Schweden alle 9 Jahre in Wohnhäusern vorgeschrieben.


Frage: 20)
In welchem Rhythmus sind die Filter am Abluftventil zu reinigen?
Antwort:
Der Filter am Abluftventil ist je nach Verschmutzung alle 1 - 2 Monate zu reinigen. Eine Filtermatte ist zu tauschen. Ein Filtereinsatz aus Alu-Drahtgewirr lässt sich problemlos im Geschirrspüler reinigen.


Frage: 21)
Wie oft müssen die Filter im WRG-Gerät gewechselt werden?
Antwort:
Alle 2 - 6 Monate. Die Filterwechselanzeige (Anzeige im Display des Bedienteils) zeigt an, wann der Filter zu wechseln ist. Die Filterlaufzeit kann entsprechend des Verschmutzungsgrades am Bedienteil verändert werden. Ein Filterwechsel nach Differenzdruck ist nicht zu empfehlen. Entscheidend für eine gute Luftqualität ist eine geringe Verweildauer des Schmutzes im Filter! Die Lüftungsanlage sollte möglichst ganzjährig durchlaufen, um eine mikrobiologisch einwandfreie Luftfilterung zu gewährleisten. Filter in stehender Luft könnten mikrobielles Wachstum auf der Filteroberfläche fördern. Sollte dennoch die Anlage über eine längere Zeitdauer abgeschaltet werden, ist der Filter zu wechseln!


Frage: 22)
Sind Pollenfilter lieferbar?
Antwort:
Ja. Ein F8-Filter ist nicht nur während der Pollenflugzeit sinnvoll, sondern auch zur Minderung des Feinstaubanteils in der Zuluft.


Frage: 23)
Entstehen in der Lüftungsanlage Bakterien?
Antwort:
Nein, da es sich um eine reine Frischluftanlage und nicht um eine Klimaanlage mit Umluftbetrieb handelt, in der bei schlechter Wartung der Filter bakterielle Probleme entstehen können. Einströmende Luft wird gefiltert und ist trocken. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt sogar durch die Frischlufterwärmung im Wärmetauscher. Damit besteht keine Gefahr einer bakteriellen Verunreinigung. Die Abluft wird konsequent nach draußen abgeleitet und dabei vollkommen getrennt von der Frischluft im Wärmetauscher abgekühlt, schlechte Luft wird also nach draußen geführt, die Wärme bleibt im Haus. Die Druckverhältnisse im PAUL-Wärmetauscher sind im Gegensatz zu anderen Herstellern so ausgelegt, dass nie Abluft in den Frischluftstrom gelangen kann, da der Druck der Zuluft stets höher ist als der der Abluft.


Frage: 24)
Ist mit der Lüftungsanlage auch eine Heizungsunterstützung möglich?
Antwort:
Die angewärmte Frischluft (~ 18 °C) kann bis auf 50 °C nacherwärmt werden durch:

- ein elektrisches Nachheizregister oder
- ein Warmwasserheizregister.

Eine Heizung des Hauses im Winter allein über die Lüftungsanlage ist allerdings nur bei Passivhäusern möglich.


Frage: 25) Kann die Lüftungsanlage auch in Selbstmontage eingebaut werden?
Antwort: Ja, dies ist unter entsprechender Anleitung durch die PAUL-Werksvertretung möglich.


Frage: 26) Kann der Wäschetrockner in das Abluftsystem der Lüftungsanlage angeschlossen werden?
Antwort: Ja, bei guter Flusenabscheidung im Trockner.


Frage: 27)
Kann die Dunstabzugshaube angeschlossen werden?
Antwort:
Zum Schutz des Wärmerückgewinnungssystems (Wärmetauscher) vor Verschmutzung durch Fett sollte trotz Filter von einem Anschluss der Dunstabzugshaube an das Lüftungssystem mit WRG abgesehen werden. Handelsübliche Dunstabzugshauben sind mit einem Ventilator von 300 bis 600 m³rmetauscher würde durch Fettablagerungen verunreinigt. Der Wirkungsgrad verschlechtert sich dann. Die hohe Luftgeschwindigkeit durch den Dunstabzugslüfter verringert außerdem den Wärmerückgewinnungsgrad während der Arbeitszeit des Dunstabzuges, da der Wärmetauscher für derart hohe Luftdurchsätze nicht ausgelegt ist. Die vom Dunstabzugs-Ventilator in das Abluftsystem eingebrachte hohe Luftmenge würde zum Teil im Bad und WC wieder austreten, so dass Küchengerüche auftreten. Besser ist der Betrieb der Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb bei gleichzeitiger Absaugung in der Küche über ein Abluftventil mit Filter.


Frage: 28) Können auch Mehrfamilienhäuser mit Wärmerückgewinnung belüftet werden?
Antwort:
Ja, über ein kleines multi- oder climos-Gerät, welches im/auf dem Küchenschrank, im Badezimmermöbel, in der Zwischendecke oder im Sanitärschacht untergebracht werden kann. Eine senkrechte Lage ist vorteilhaft, da das Kondensat besser abläuft und ein höherer Wirkungsgrad resultiert. Bei Einbau von zwei zentralen Luftleitungen (Fortluft und Außenluft im Mehrfamilienhaus kann auf die zwei Ventilatoren im Gerät verzichtet werden (multi solo = nur Wärmetauscher). Die zwei Ventilatoren werden dann für alle Wohnungen des Mehrfamilienhauses zentral auf dem Dachboden oder im Keller untergebracht.


Frage: 29) Wo kann der Wärmetauscher eingesetzt werden?
Antwort:

Einsatzgebiete zur Wärmerückgewinnung beim Lüften von Gebäuden
Wohnhäuser Krankenhäuser Großküchen Elektro-Autos
Bürohäuser Arztpraxen Gaststätten Garagen
Kaufhäuser Wartesäle Hallenbäder Industrieanlagen
Schulen Theater Turnhallen Werkshallen
Kindergärten Konzertsäle Bahnhofshallen Lagerhallen
Hörsäle Kinos Toilettenanlagen Baustellenunterkünfte
Bibliotheken Gärtnereien Stallungen
Trocknungsanlagen (Industrie) Trocknung neu errichteter Massivgebäude


Frage: 30)
Bestehen auch für höhere Volumendurchsätze Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung mit hohem Wirkungsgrad?
Antwort:
Bei Volumendurchsätzen bis = 600 m³/h ist das campus-Gerät geeignet. Bei diesem Gerät wird ein Temperaturwirkungsgrad von 90 % erreicht.